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Ratgeber für Manager

Wie spricht man mit einem schwierigen Mitarbeiter? 15 typische Situationen und praktische Lösungen

Ein schwieriger Mitarbeiter ist nicht automatisch ein schlechter Mitarbeiter. Das Problem kann durch unklare Erwartungen, schlechte Kommunikation, Konflikte, Widerstand gegen Veränderungen, fehlende Kompetenzen, Überlastung oder nachlassendes Engagement entstehen.

Die Aufgabe einer Führungskraft besteht nicht darin, einen Mitarbeiter zu etikettieren. Entscheidend ist, die Situation zu verstehen, das Problem anhand konkreter Fakten zu benennen, Erwartungen zu klären und konkrete nächste Schritte zu vereinbaren.

1. Der Mitarbeiter erledigt Aufgaben nicht

Vermeide Aussagen wie „Auf dich kann man sich nie verlassen". Beschreibe stattdessen die konkrete Situation.

Zum Beispiel:

„Die Aufgabe sollte am Mittwoch fertig sein. Sie war nicht abgeschlossen, und ich wurde vorher nicht über das Risiko einer Verzögerung informiert. Ich möchte verstehen, was passiert ist."

Fragen:

  • Was hat die Verzögerung verursacht?
  • Waren die Erwartungen klar?
  • Haben Informationen oder Ressourcen gefehlt?
  • Was machen wir beim nächsten Mal anders?

2. Fristen werden wiederholt nicht eingehalten

Sprich über das Muster, nicht über den Charakter.

„In den letzten vier Wochen wurden drei Fristen nicht eingehalten. Ich möchte verstehen, warum, und gemeinsam überlegen, wie wir das verhindern können."

Die Lösung kann eine andere Priorisierung, bessere Planung, zusätzliche Ressourcen oder klarere Verantwortlichkeiten sein.

3. Der Mitarbeiter nimmt Feedback nicht an

Versuche nicht, die Diskussion zu gewinnen.

„Ich verstehe, dass du die Situation anders sehen kannst. Ich möchte mich auf das konkrete Verhalten und dessen Auswirkungen konzentrieren."

Frage:

„Was an meinem Feedback ist unklar oder welchem konkreten Punkt stimmst du nicht zu?"

4. Der Mitarbeiter ist konfliktreich

Vermeide Etiketten wie „Du bist schwierig".

Besser:

„In den letzten beiden Meetings wurde die Diskussion sehr konfrontativ. Ich möchte verstehen, was passiert ist, und vereinbaren, wie wir Meinungsverschiedenheiten künftig konstruktiver lösen."

5. Der Mitarbeiter gibt anderen die Schuld

Führe das Gespräch von Schuld zu Verantwortung.

„Ich verstehe, dass auch andere Personen zum Ergebnis beigetragen haben. Lass uns darauf konzentrieren, was in deinem Einflussbereich lag und was du beim nächsten Mal anders machen kannst."

6. Probleme werden zu spät gemeldet

Formuliere die Erwartung klar:

„Ich erwarte nicht, dass jedes Problem sofort gelöst wird. Ich erwarte aber, dass Risiken frühzeitig angesprochen werden."

7. Der Mitarbeiter zeigt wenig Eigeninitiative

Gehe nicht automatisch von Faulheit aus.

Frage:

„Was führt dazu, dass du auf Anweisungen wartest, anstatt selbst die Initiative zu übernehmen?"

Mögliche Ursachen sind fehlende Klarheit, Unsicherheit, mangelnde Kompetenzen oder Motivation.

8. Der Mitarbeiter lehnt neue Aufgaben ab

Prüfe zunächst die tatsächliche Arbeitsbelastung.

„Lass uns deine aktuellen Aufgaben durchgehen und entscheiden, was priorisiert, verschoben oder gestrichen werden sollte."

Wenn die Arbeitsbelastung nicht das Problem ist, müssen Verantwortlichkeiten und Erwartungen geklärt werden.

9. Die gleichen Fehler wiederholen sich

Suche nach der Ursache.

„Was führt dazu, dass dieser Fehler immer wieder passiert? Liegt es am Prozess, an fehlendem Wissen, an der Qualitätskontrolle oder an etwas anderem?"

Nicht jedes Problem lässt sich durch eine weitere Schulung lösen.

10. Der Mitarbeiter liefert gute Ergebnisse, erschwert aber die Zusammenarbeit

Gute Ergebnisse entschuldigen kein Verhalten, das dem Team schadet.

„Ich schätze deine Ergebnisse. Gleichzeitig hat die Art der Kommunikation während des letzten Projekts die Zusammenarbeit erschwert. Ich möchte beide Aspekte ansprechen."

11. Der Mitarbeiter ist mit der Führungskraft unzufrieden

Reagiere nicht defensiv.

„Kannst du mir konkrete Beispiele nennen, was aus deiner Sicht an meinem Führungsstil nicht funktioniert?"

Auch Führungskräfte sollten bereit sein, Feedback anzunehmen.

12. Der Mitarbeiter sagt, dass er kündigen möchte

Versuche nicht sofort, ihn umzustimmen.

Frage:

„Was ist der wichtigste Grund dafür, dass du über einen Weggang nachdenkst?"

Zuerst sollte die Ursache verstanden werden.

13. Der Mitarbeiter ist überlastet

Gehe nicht davon aus, dass „bessere Organisation" die Lösung ist.

Prüfe Aufgaben, Prioritäten, Fristen, Abhängigkeiten, Meetings und die realistische Kapazität.

Manchmal besteht die beste Lösung darin, Arbeit zu entfernen, statt eine weitere Produktivitätsmethode einzuführen.

14. Der Mitarbeiter reagiert emotional

Nimm die Emotion ernst, ohne das Ziel des Gesprächs aus den Augen zu verlieren.

„Ich sehe, dass diese Situation für dich wichtig ist. Wir können kurz pausieren und anschließend zu den konkreten Punkten zurückkehren, die wir vereinbaren müssen."

15. Frühere Gespräche haben nichts verändert

Jetzt braucht es einen konkreten Maßnahmenplan.

Definiere:

  1. was sich ändern muss,
  2. wie das gewünschte Ergebnis aussieht,
  3. bis wann die Veränderung erfolgen soll,
  4. wie der Fortschritt überprüft wird,
  5. was passiert, wenn sich die Situation nicht verbessert

Die wichtigste Regel

Ein schwieriges Gespräch sollte nicht dazu dienen, einen Mitarbeiter „zurechtzuweisen". Es sollte Klarheit schaffen.

Eine gute Führungskraft fragt nicht nur: „Was hat der Mitarbeiter falsch gemacht?", sondern auch: „Was ist passiert?", „Was lag in unserem Einflussbereich?", „Was erwarte ich?" und „Was passiert als Nächstes?"

Gute Vorbereitung, Gesprächsnotizen, frühere Vereinbarungen und konsequentes Follow-up sind dabei besonders wichtig. Ein Tool wie Sidekick AI Manager kann Führungskräfte dabei unterstützen, Gesprächsnotizen zu strukturieren, schwierige Gespräche vorzubereiten, relevanten Kontext zu behalten und Themen für das Follow-up sichtbar zu machen.

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Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich einen schwierigen Mitarbeiter?

Ein schwieriger Mitarbeiter ist keine Bezeichnung für eine Person, sondern eine Beschreibung einer Situation: Konflikt, unklare Erwartungen, Widerstand gegen Veränderungen oder nachlassendes Engagement. Beginnen Sie damit, das konkrete Verhalten und seine Auswirkung auf das Team zu benennen.

Braucht jede der 15 Situationen den gleichen Ansatz?

Nein. Jede Situation erfordert eine andere Frage und einen anderen Ansatz, aber der gemeinsame Nenner ist ein faktenbasiertes Gespräch, das mit Klarheit über die nächsten Schritte endet.

Was tun, wenn sich nach dem Gespräch nichts ändert?

Wenn das Thema bereits mehrfach angesprochen wurde, sollte aus dem Gespräch ein konkreter Maßnahmenplan werden: was sich ändern muss, bis wann, und was passiert, wenn sich die Situation nicht verbessert.

Kann KI eine Führungskraft bei solchen Gesprächen unterstützen?

Ja — ein Tool wie Sidekick AI Manager kann helfen, das Gespräch vorzubereiten, Notizen zu strukturieren und Follow-up-Themen sichtbar zu machen. Die Entscheidungen über den Mitarbeiter bleiben jedoch bei der Führungskraft.

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